Bericht
Grenzen für den Biber
RÖTHENBACH/RÜCKERSDORF – Wer
regelmäßig auf der Rückersdorfer Seite in den Pegnitzauen
spazieren geht, konnte in den letzten Jahren beobachten, wie die Biber
am Ufer der Pegnitz einen Baum nach dem anderen annagten; sobald einer
umfiel, wurde er weggeräumt. Vor zwei Jahren dann trat das Wasserwirtschaftsamt
in Aktion und ließ alle großen Bäume am Pegnitzufer,
die die Biber angenagt hatten, kurzer Hand fällen und abtransportieren.
Das kam einem ziemlichen Kahlschlag gleich. Die Spaziergänger wunderten
sich und fragten, ob das der Sinn des Biberschutzes sein sollte. Es
war abzusehen, dass bald kein einziger größerer Baum mehr
stehen würde.

Mitglieder der Grünen
und des BN beim Anbringen des Schutzgitters
Im letzten Herbst endlich ließ
man die zwei Bäume, die die Biber gefällt hatten, als Nahrungsvorrat
liegen und es war den ganzen Winter über zu beobachten, wie deren
Rinde von den Bibern abgeschält wurde. Allerdings sind schon drei
weitere große Bäume so weit angenagt, dass sie im Spätherbst
– wenn andere Nahrung für die Biber knapp wird - vermutlich
fallen werden. Der Besitzer des angrenzenden Ackers wird hoffentlich
wieder so verständnisvoll sein, den Baum liegen zu lassen und allenfalls
einzelne Äste absägen und so zur Seite räumen, dass die
Spaziergänger passieren können.
Dennoch machten sich Naturschützer,
die sich im Frühjahr vom Biberbeauftragten des Bund Naturschutz
informieren ließen, Sorgen um den Fortgang der Sache. Man hat
sich an das Bild der großen Weiden und Pappeln gewöhnt, die
die Landschaft entlang der Pegnitz zwischen Rückersdorf und Schwaig
prägen. Sollten nicht einige dieser herrlichen Bäume erhalten
bleiben und die Biber auf die kleineren und schnell nachwachsenden Weiden
und Erlen verwiesen werden, um ihren Hunger zu stillen? Nach Rücksprache
mit den Eigentümern und im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde
machten sich vor Kurzem Bündnisgrüne und Naturschützer
aus Rückersdorf und Röthenbach daran, die wenigen noch unangetasteten
großen Bäume mit Drahtgittern vor den Bibern zu schützen.
„So gelingt es“, meint Rüdeger
Baron von den Grünen, „die Bedürfnisse
von Mensch und Natur in Übereinstimmung zu bringen. Wanderer und
Spaziergänger können sich auch weiterhin an der herrlichen
Flusslandschaft erfreuen.“
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Bericht
vom 28. September 2010
Foto: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Röthenbach