Pressemitteilung
Stadtratsfraktion der Grünen legt Finanzkonzept
vor
RÖTHENBACH – Die Finanzsituation der
Stadt Röthenbach gibt immer mehr Anlass zur Sorge. Die Rücklagen
von 10,8 Millionen Euro zum Jahresanfang werden bereits 2011 komplett
aufgebraucht sein, ab 2012 drohen daher neue Schulden. Bis Ende 2013
steigt die Verschuldung auf mindestens 7 Millionen Euro, sofern die
Stadt nicht gegensteuert. Dies haben fundierte Berechnungen der Grünen
ergeben. In einem 30-seitigen Finanzkonzept hat die Stadtratsfraktion
die Haushaltslage ausführlich analysiert und umfangreiche Handlungsempfehlungen
erarbeitet.
Bereits in seiner Stellungnahme zum
diesjährigen Haushalt hatte Fraktionsvorsitzender Thiemo
Graf festgestellt, dass der Handlungsspielraum der Stadt
erheblich eingeschränkt ist. „Wir müssen sparen und
uns auf die notwendigsten Maßnahmen beschränken“, hatte
der Grünen-Vertreter gemahnt. Mit dem umfassenden Finanzkonzept
zeigen die Grünen nun einen Weg auf, wie die Stadt der brisanten
Finanzentwicklung entgegenwirken sollte. Das Besondere: Das Finanzkonzept
berücksichtigt auch drohende Risiken, die bisher gar nicht im Haushalts-
und Investitionsplan enthalten sind. „Dazu zählen neue Bauprojekte
ebenso wie ein möglicher Wegfall der Gewerbesteuer oder Mindereinnahmen
der Stadtwerke. Insgesamt schätzen wir diese Risiken auf mindestens
10 Millionen Euro bis 2013“, erklärt Thiemo Graf.
Die Stadt solle sich deshalb darauf
konzentrieren, Investitionen in Zukunftsbereichen zu forcieren. Das
Finanzkonzept der Grünen sieht Investitionen vor allem in drei
Gebieten vor: Bildung und Familie, Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung,
sowie Energieeinsparung und Ausbau Erneuerbarer Energien. Konkrete Maßnahmen
in diesen Bereichen sind beispielsweise eine Fortführung des Mehrgenerationenhauses,
ein kinderfreundlicher und attraktiver Marktplatz, ein aktives Standortmarketing,
die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts oder die Errichtung regenerativer
Strom- und Wärmeanlagen durch die Stadtwerke.
Gleichzeitig lehnen die Grünen
eine Kreditaufnahme ohne weitere Sparanstrengungen ab. „Schulden
dürfen nur die absolute Ausnahme sein. Wir müssen uns von
der Vorstellung verabschieden, dass wir alle Wünsche erfüllen
können.“ Zudem müssten Einnahmequellen verstärkt
genutzt werden. Dazu gehört auch der Erlass einer Straßenausbaubeitragssatzung,
der eine Kostenbeteiligung von Anliegern regelt, wenn eine öffentliche
Verkehrsfläche erweitert oder saniert wird. „Das Thema ist
unpopulär, aber in einem Prüfbericht des Bayerischen Kommunalen
Prüfungsverbandes vom Juli wurde die Stadt darauf hingewiesen,
dass die jetzige Praxis rechtswidrig ist“, berichtet Thiemo Graf.
„Da muss etwas geschehen.“
Die Eckpunkte des Finanzkonzepts
wollen die Grünen auf ihrer Internetseite veröffentlichen
und im Stadtrat mit den anderen Parteien diskutieren. „Wir haben
nun einen Fahrplan mit klaren Prioritäten vorgelegt und aufgezeigt,
wie die Stadt auf die angespannte Haushaltslage reagieren sollte. Das
Finanzkonzept werden wir laufend anpassen und unsere Stadtratsarbeit
danach ausrichten.“
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
Stadtratsfraktion Röthenbach
Pressemitteilung vom 7. Oktober 2010