Pressemitteilung
Sandabbau am Birkensee spaltet die Gemüter
RÖTHENBACH – Interessierte Bürger
aus Röthenbach und Umgebung haben sich bei der Sitzung des Röthenbacher
Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen über Planungen zum
Sandabbau nördlich des Birkensees informiert. Am Donnerstag stimmt
der Röthenbacher Stadtrat in seiner Sitzung um 19.30 Uhr über
eine Stellungnahme zur Regionalplanänderung ab.
Grünen-Stadtrat Thiemo
Graf erläuterte der Versammlung die aktuellen Planungen
und berichtete von einer Ortsbegehung mit dem Bund Naturschutz und der
Firma Zapf. Dort konnten sich die Grünen aus Röthenbach und
Schwaig ein eigenes Bild vom Umfang der Abbaumaßnahmen und den
Umweltauswirkungen machen. Der Grünen-Stadtrat betonte, dass er
vor einer der schwierigsten Entscheidungen seiner achtjährigen
Stadtratstätigkeit stehe: „Wie ich auch abstimme, ich habe
das Gefühl, dass es in jedem Fall falsch ist.“
Die Ausweisung der 34 Hektar großen Fläche
QS 8 als Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung im Regionalplan ist
die Voraussetzung, um dort zukünftig Sandabbau betreiben zu können.
Das Gebiet gilt als eines der letzten größeren Abbauflächen
für hochwertigen Quarzsand im Altlandkreis Lauf. Neue Probebohrungen
an unbedenklicheren Alternativstandorten haben erst in der letzten Woche
überwiegend negative Ergebnisse gebracht.
Wie Graf berichtete, steht der Abbau aber nicht unmittelbar
bevor. Erst wenn das jetzige Sandabbaugebiet im Kreuzstein zwischen
Schwaig und Diepersdorf erschöpft ist, werde die Fläche QS
8 angegangen. „Wir reden also über einen Zeitraum von mehr
als zehn Jahren, bis es am Birkensee losgeht.“ Nach Schätzung
der Firma Zapf würde die neue Fläche den Sandbedarf dann für
etwa 20 Jahre decken.
Bedenken gegen den Abbau äußerten mehrere
Bürger, die die mit Flechten-Kiefernwald bewachsene Sanddüne
unwiederbringlich verschwinden sehen. „Wir zerstören damit
etwas, was in der letzten Eiszeit entstanden und anschließend
für immer verloren ist“, betonte eine Besucherin. Zudem sollte
mehr auf Recycling und alternative Baumaterialien gesetzt werden.
Geschäftsführer Wolfgang
Zapf, der die Sitzung persönlich besuchte, erklärte
in einer sachlich geführten Argumentation, wie sein Unternehmen
diesen Eingriff in die Natur möglichst schonend gestalten würde.
Zugleich betonte er, dass sich der Eingriff auf eine Sanddüne mit
etwa 24 Hektar Fläche beschränkt.
Die endgültige Entscheidung zu QS 8 fällt
am 30. November, wenn der Regionale Planungsverband über die Regionalplanänderung
abstimmt. Zuvor muss noch der Röthenbacher Stadtrat Stellung zu
dem Projekt beziehen. „Die Vorberatung im Bauausschuss hat aber
gezeigt, dass es eine Mehrheit im Gremium geben wird“, betonte
Thiemo Graf.

Ortsbegehung mit Wolfgang
und Dr. Hannes Zapf (links): die Grünen-Räte Irmingard Fritsch
(Schwaig), Thiemo Graf, Simone Gmelch (beide Röthenbach) und Benjamin
Stockmayer (Schwaig). Die Vertreterin des Bund Naturschutz ist nicht
im Bild.
Pressemitteilung vom 24. November
2009
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Röthenbach
Foto: R. Baron