RÖTHENBACH – Ein ganzer Stadtteil fast
ohne Autos, dafür aber mit großen Spielflächen für
Kinder und vielen bunten Häusern? Was sich nach Pippi Langstrumpf
und Villa Kunterbunt anhört, ist in Freiburg gelebte Realität.
Stadtrat Thiemo Graf (Bündnis
90/Die Grünen) hat den Vorzeigestadtteil besucht und kam mit einem
Berg an Anregungen zurück nach Röthenbach.
Wohnsiedlung
Quartier Vauban: |
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Das Maskottchen ist passend gewählt: An der Hauptzufahrt
zum Stadtteil „Vauban“ lacht den Besuchern der freche Rotschopf
aus Astrid Lindgrens Erzählungen entgegen. „Wir machen uns
die Welt, widdi-wie sie uns gefällt“, sticht den Besuchern
in großen Lettern an einer Hauswand entgegen.
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Übertrieben ist das Motto nicht: Nach dem Abzug
der französischen Armee Anfang der Neunziger Jahre krempelten engagierte
Bürger die Ärmel hoch und entwickelten ab 1994 in enger Zusammenarbeit
mit der Stadt Freiburg eine Vision für das ehemalige Militärgelände.
Entstehen sollte ein neuer Stadtteil, der Maßstäbe setzt.
Herausgekommen ist ein erfolgreiches Projekt, das bereits zwei Jahre
später zur UNO-Weltsiedlungskonferenz in Istanbul als „Best
Practice Project“ ausgezeichnet und damit weltweit bekannt geworden
ist. Weitere Preise sind seitdem hinzugekommen. |
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Besonders ist der Stadtteil „Vauban“ in
vielerlei Hinsicht. Auf dem 41 Hektar großen Gebiet wohnen rund
5.000 Menschen in 2.000 Wohnungen. Viele Bürger haben sich dabei
zusammengetan und gemeinsam ein Mehrfamilienhaus nach ihren eigenen
Wünschen gebaut. Diese so genannten „Privaten Baugemeinschaften“
dominieren das Erscheinungsbild. „Das Ergebnis ist ein erfrischendes
und lebensfrohes Viertel, in dem jedes Haus einzigartig ist. Die Gebäude
unterscheiden sich in Farbe, Form, Baumaterialien, Architekturstil und
Größe grundlegend“, beschreibt Thiemo Graf seine Eindrücke. |
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Die Lebensqualität für die Bewohner ist
dabei außerordentlich hoch. Durch den eingeschränkten Autoverkehr,
großzügige Spielflächen, Kinder- und Jugendeinrichtungen
und die angenehme Atmosphäre zieht es viele junge Familien nach
Vauban. Auffallend sei auch, so Graf, dass es im ganzen Stadtviertel
kaum Gartenzäune gebe. „Es herrscht ein großartiges
Miteinander, das Menschen aller Altersklassen und Einkommensschichten
verbindet.“ |
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Große Aufmerksamkeit hat das Projekt bei Experten
auch durch seine Nachhaltigkeit erfahren. Bereits im Bebauungsplan wurde
festgeschrieben, dass die Gebäude nur wenig Energie verbrauchen
dürfen. Der Rest wird durch erneuerbare Energien, darunter eine
Holzhackschnitzelheizung, klimaneutral erzeugt. Heute erweisen sich
diese Entscheidungen angesichts steigender Energiepreise als zukunftsweisend
und Glücksfall für die Bewohner. |
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Sonnenhäuser nebenan |
Seinen Namen als moderne Stadt macht Freiburg
aber nicht nur durch das Viertel Vauban alle Ehre. In unmittelbarer
Nähe hat der bekannte Architekt Rolf
Disch eine Solarsiedlung errichtet. Die dortigen
Wohn- und Gewerbeimmobilien werden als „Plusenergiehäuser“
bezeichnet. Sie erzeugen mit der Sonne mehr Energie, als ihre
Bewohner verbrauchen. Der Überschuss wird verkauft. Alle
Gebäude wurden damit selbst zur Energiequelle. Die Technik
gilt daher als ein viel versprechender Ansatz zur Lösung
der weltweiten Energieprobleme. |
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Bei einem ausführlichen Gespräch mit Disch
im historischen Kaufhaus der Stadt konnte sich Thiemo Graf darüber
informieren, welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen benötigt
werden, um vor Ort ähnliche Projekte zu verwirklichen. Denn das
Modell ist ausdrücklich zur Nachahmung empfohlen. |
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